10 Jahre und kein bisschen leise

Die Szene rund um das Internetradio liegt leicht im Abwärtstrend könnte man meinen, doch es gibt auch Ausnahmen.

Einst ging das Medium Internetradio ab ungefähr 1998 auf Erfolgskurs und lag nachdem die Öffentlichkeit darauf aufmerksam wurde Anfang der 2000er voll im Trend. Dieser Trend setzte sich dann über viele Jahre fort und viele tausende Radiosender gingen daraus hervor. Im Wandel der Zeit änderte sich dann vieles und allmählich konnte man einen Abwärtstrend erkennen. Die Gründe sind vielseitig die Frage nach dem warum lässt sich aber leicht beantworten.

Die Frage nach dem warum

Angebot und Nachfrage spielen eine große Rolle. Das Angebot ist riesig und die Nachfrage aufgrund neuer Technologien beispielsweise durch Anbieter wie Spotify, Napster … zurück gegangen. Dazu kommt das das Internet zum größten Teil nur noch mobil genutzt wird. Smartphones und Tabletts ersetzen den heimischen PC mehr und mehr und das ist im Bereich Internetradio deutlich spürbar. Radio hören kann man zwar auch bequem über die genannten Mobilgeräte jedoch ist das aus Kostengründen nur im heimischen Wlan eine Option. Viele Radios sind einfach in der Zeit stehen geblieben und haben es noch nicht erkannt das es sehr wichtig ist sich an die mobilen Konsumenten anzupassen. Dabei spielt die Homepage eine große Rolle. Diese sollte auch auf einem Smartphone lesbar und bedienbar sein, das Zauberwort heißt responsives Design. Die Homepage ist das Aushängeschild des Senders und trägt zur Entscheidung bei ob ein Sender eingeschaltet wird oder nicht.

Viele Betreiber haben aber auch noch nicht erkannt, das es unabdingbar ist einen sparsamen Mobilstream anzubieten. Ein herkömmlicher 128kb/s MP3 Stream wird selten mobil genutzt weil das Datenvolumen dadurch sehr schnell schrumpft. Gute Alternativen gibt es diese müssten nur genutzt werden. Neben den genannten Gründen spielt auch noch die Qualität des Programminhaltes eine entscheidende Rolle. Reine Musikradios haben es schwerer denn der Konsument neigt eher dazu seine Musik bei Spotify, Napster oder anderen Anbietern seinen Wünschen entsprechend zu hören. Ein Internetradio hat nur eine gute Chance wenn es eine Nische oder bestimmte Zielgruppen bedienen kann. Dafür muss man seine Zielgruppe aber auch kennen. Der umgangssprachliche Dudelfunk der alle Genres bedient und jeder Zielgruppe ansprechen möchte wird in der Masse sang und klanglos untergehen.

Das es an der Zeit ist umzudenken zeigt das jüngste Vorhaben eines Radio Betreibers:

10 Jahre und kein bisschen leise. Ganz im Gegenteil, der Internetsender Radio Jukebox expandiert und vergrößert sein Angebot. Für den kompletten Start ist das 10 jährige Bestehen am 17. Juni 2017 angedacht. Das neue Programm umfasst mehrere Spartenkanäle die unter Rintelner Rundfunk zusammen gefasst werden. Dies sei der entscheidende Schritt in Richtung Stadtradio sagte Klaus Opitz der Inhaber gegenüber der Redaktion von Radiolauscher.de im Gespräch.

Nach jetzigen Informationen sind 4 Spartenkanäle geplant:

  • Radio Jukebox1 : Schlager, Fox und Livesendungen
  • Radio Jukebox2 : Shanty und Maritimer Kanal
  • Radio Jukebox3 : Oldies 1920 – 1989
  • Radio Jukebox4 : Top100, Chillout, Deutschrock & Independent

Auf dem Kanal Radio Jukebox4 präsentiere man darüber hinaus Künstler und Bands in einem Umkreis von 70km rund um Rinteln so Klaus Opitz von Radio Jukebox.

Durch verschiedene Medienpartner wie beispielsweise Radio Wolke7 und Radiolauscher.de erhalte man außerdem wertvolle Unterstützung für dieses Projekt.

Auch wird es für viele Sendungen unterschiedliche Internetseiten geben die man weiterhin wie gewohnt barrierefrei gestalten werde. Die sozialen Netzwerke wolle man ab Oktober 2017 stärker bedienen und die aktuelle Facebook Seite wird in Rintelner Rundfunk umbenannt.

Fazit:

Das Internetradio wird auch weiterhin Bestand haben doch um dem Abwärtstrend entgegen zu wirken müssen bestehende Sender umdenken und individueller werden.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*